Geschrieben von Klaus & Andi

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Tuz Gölü – der Salzsee. Wir wissen den Namen der langen unaussprechlichen Stadt mit S am Beginn: Şereflikoçhisar.

Aussprechen können wir ihn noch nicht – obwohl wir jetzt bereits fast als echte Türken durchgehen. Andi übersetzt auch schon jede türkische Aufschrift. Toni auch. Als wir neulich bei einem Lokal vorbeikamen, das den klingenden Namen „Adonis“ hatte, meinte Toni nur: Ja – hier war ich bereits vor 7 Jahren mit meinem Vater. Wir heißen beide Toni und wir haben dort gespeist. Dann haben sie das Lokal nach uns benannt.

Der Salzsee ist nach dem Van See der 2 größte See der Türkei. Er hat 32.9% Salzgehalt- das tote Meer hat „nur“ 28 %.

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Wir werden heute am Salzsee einige Runden drehen wurde uns vom OK Team im Vorfeld mitgeteilt. Das kann man nun natürlich verschieden interpretieren. Wir dachten wirklich in einem ausgetrockneten Bereich auf Salz. War aber anders gemeint. Es gibt einige Straßen, die direkt durch den See führen. Hier mussten wir 2 Aufgaben erfüllen: 777 Gramm Salz mitbringen – es waren letztendlich 1025 Gramm –  und die Runde in einer vordefinierten Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h erledigen. Leider haben Klaus und Andi bereits ziemlich am Anfang eine falsche Abzweigung genommen und mussten daher alles ein klein wenig schneller fahren. Klaus als Fahrer. Andi als Mitbremser. Geile Kurven mit links und rechts Wasser.

Toni und Gogo spielten wieder Filmteam. Toni als Fahrer – Gogo als Kameramann im Hochstuhl am Dach. Wenn man die Zeiten beider Autos zusammenzählt könnten die durchschnittlichen 40 km/h passen.

20160517_115910Danach ging es direttissima weiter nach Usak. Auf dem Weg dorthin wieder einige interessante Begegnungen. Wir brauchen Brot. Gogo sieht in einem Fenster Brote stehen. Sonst nichts angeschrieben. Eine Bäckerei am linken Rand. Der Bäcker und sein Team kommen heraus und geben uns gleich die Mehlhand. Meraba. Meraba. Kauf 4 krieg 5. So haben wir es zumindest verstanden. Wir haben wieder gelacht ohne auch nur ein gemeinsames Wort zu wechseln. Einfach Mensch sein.

Auf unserem weiteren Weg machten wir auch noch dieses interessante Foto:  Hier wird großflächig Lehm für die Ziegelproduktion abgebaut Aber nur dort wo es leicht geht.

Klaus: Was gibt es noch interessantes am Weg?
Toni: Eine Karwanserei
Klaus: Cool – eine Karnevalserei. Klingt lustig.
Toni: Eine Karwanserei.
Klaus: A -eine Karabenemserei. Was ist das?

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Toni ist wieder in seinem Element. Das waren früher Unterkünfte für Reisende mit Kamelen und Pferden – also Karawanen, die hier Rast machten. Es wurde hier auch gehandelt und viele Neuigkeiten ausgetauscht. Heute haben wir Glück. Anscheinend hat eine Modeschule eine Ausstellung. Sie kommen sofort alle auf uns zu, begrüßen uns total freundlich, machen Fotos mit uns und laden uns ein, Ihre Ausstellung zu besuchen. Auch die Teacherin ist dabei und zeigt voller Stolz was ihre Mädels da gemacht haben. Teacher ist das einzige Wort, das sie auf Englisch kann.

Wir kaufen designte Seife und besichtigen noch den Turm. Andi unterhält die Mädchen mit seinem Fachwissen über Mode. Danke-Sandra.:-)

20160517_153058Ein wenig oberhalb der Stadt am Waldrand genießen wir unsere Nachmittagsjause. Wir haben einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. Jedoch ist der Platz mit Glassplitter und leeren Bierdosen überhäuft – aber auch nicht anders als bei uns am Pleschinger oder Pichlingersee.

Nach unserer Jause drängt schon wieder die Zeit. Toni schlägt ein flottes Tempo an und übersieht eine Abfahrt – Andi kann diese noch nehmen. Beim Umdrehen überfährt Toni der Rowdy eine rote Ampel – grundsätzlich ist ja in der Türkei die Farbe Rot das türkische Grün – und hat schon eine Polizeistreife am Hals. Er bleibt stehen und der Polizist versucht ihm in Türkisch und mit 2 Brocken Englisch sein Vergehen zu schildern. Toni und Gogo stellen sich blöd und haben dabei den gewünschten Erfolg. Der Polizist sieht ein, dass er 2 Ahnungslose vor sich hat und lässt Sie weiterfahren und gibt Ihnen noch die richtige Fahrtrichtung mit auf den Weg..

Kurz vor Usak sehen wir einen Supermarkt der Bier verkauft. Ist gar nicht so leicht in der Türkei an Alkohol zu kommen, da die Supermärkte eine spezielle Alkohollizenz benötigen Wir bleiben stehen und Toni und Andi erledigen den Einkauf. In der Zwischenzeit kommt ein älterer Mann auf Klaus zu und spricht Ihn auf Deutsch an. Es stellt sich als Achmet vor und hat einige Jahre in Deutschland gearbeitet. Wir erzählen Ihm von unserer Reise und befragen Ihn auch zu unserem nächsten Ankunftsort. Er bietet uns sofort an mit uns zu kommen und uns ans Ziel zu begleiten. Andi will wissen wie er wieder zurückkommen möchte? Er antwortet mit dem Bus- und das über 50 km- wir sind sprachlos….Wir nehmen sein großzügiges Angebot nicht an und lassen uns den Weg auf seinem Handy erklären.

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In Usak angekommen beziehen wir unseren Parkplatz in einem abgesperrten Teil eines Einkaufszentrums. Team 47 stellt uns großzügig Ihre mobile Campingdusche zur Verfügung. Lieben Dank an Katha , Nathalie, Bene und Manuel. Klaus hat es nicht notwendig zu duschen – sind ja erst 4 Tage seit dem letzten Mal.

Da bereits schon wieder 3 Stunden seit der letzten Nahrungsaufnahme vergangen sind, meldet sich bei einem Teammitglied bereits wieder der Magen. Wir verraten natürlich nicht wer es ist und nennen in deswegen „Moni“.

Die Suche nach einem Lokal gestaltet sich schwieriger als erwartet und „Moni“ wird zunehmend nervöser. Ein Lokal muss her und wenn es ein Cafe mit Baklava ist. Klaus findet es gar nicht toll und will lieber eine der 5 türkischen Spezialitäten zu sich nehmen. Andi und Gogo sind auch schon des Suchens müde und können sich sogar einen Burger King vorstellen. Klaus ist entrüstet, sucht mit seinem Rad ein einheimisches Lokal, kommt wieder zurück und meint: Was haltet ihr von der guten Idee, wenn wir zum Burger-King gehen? Alle stimmen zu. Klaus hat immer die besten Ideen.

Beim Burger King angekommen wird die Bestellung von Toni eine große Herausforderung. Er will ein Double Whopper Menü mit Cola ohne Eis und aufgrund des riesigen Hungers auch noch einen zusätzlichen Double Whopper. Andi versucht dies dem jungen Türken, der kein Englisch versteht, zu übermitteln. Das Menü hat er gleich verstanden, jedoch der zusätzliche Burger bringt Ihn aus der Fassung. Verstärkung muss her. Ein weiterer Kollege mit ein paar Brocken Englisch wird zu Rate gezogen. Er tippt 2 Menüs ein. Toni: No, only one more burger. Der Verkäufer ist ratlos. Andi fuchtelt mit seinen Händen an der Anzeigetafel herum und nach gefühlten 5 Minuten und intensiven Austausch in allen Sprachen und aller Gestiken haben sie es geschafft. Auf der Kassa leuchtet ein Menü und ein zusätzlicher Burger auf. Jetzt aber. Doch noch ist nicht aller Tage Abend.

Erinnert Ihr Euch an Tonis Bestellung? Cola ohne Eis.

Die beiden Verkäufer wissen nicht was Sie wollen. Cola mit Eis steht ja vor ihnen. Toni will aber kein Eis. Der intensive Austausch mit der einheimischen Bevölkerung geht munter weiter. Nach weiteren 5 Minuten kommt der Durchbruch. Der berühmte Groschen ist gefallen. Endlich.

Toni fragt Andi: Und wo sind meine Pommes? Ihr ahnt schon was kommt…..
15 Minuten später hatten wir Tonis Wunsch komplett. Andis Menü war in 2 Minuten fertig.
Gogo und Klaus entschieden sich für türkische Junkfood Menüs.

20160518_000828Am Parkplatz angekommen waren ein paar türkische Rocker anwesend und führten Ihre Kunststücke vor: Gummi verbrennen am Asphalt. Kommt riesig an bei den Zusehern-Männer sind leicht zu unterhalten. Auch einige Rallyeteams beteiligten sich. So geht es also auf einem GTI Treffen am Wörthersee zu. Gummi Gummi. Ich war dabei.

Zu späterer Stunde hat auch noch ein Team mit ein paar Türken die Motorhaube Ihres Wagens demoliert. Spätestens jetzt war der Zeitpunkt gekommen sich schlafen zu legen, da man über Sinn und Sinnlosigkeit geteilter Meinung sein kann.

Gute Nacht.

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