20160516_054532Andi ist heute der erste. Er macht wunderbare Bilder von der erwachenden Landschaft. Kappadokien wird kurz zu Kakkadokien. Das ausgetrocknete Flussbett ist ein idealer stiller Ort. Die steinigen Felsformationen sind auch vom Auto aus eine Unmöglichkeit. Wie hat das die Natur so hinbekommen.

20160516_090324Wir frühstücken noch mit den Vrwägas – ausgezeichnete Eierspeise und sehr itneressante Blögge aus Ihrer Internetseite. Des is luschtig gsi. Luki ersucht es erst gar nicht mehr.

Toni kann‘s nicht mehr erwarten. Wir kommen eine Stunde später weg als geplant. Wir besichtigen die Mönchsstadt Göreme. 4000 Jahre Geschichte. Wenige Touristen. Einfach unpackbar was hier abgeht. Unser Fremdenführer erzählt und auch, dass der Tourismus um 60% eingebrochen ist.

Normalerweise sind hier Schlangen von Menschen und unzählige Ballone am Himmel. Türkei hat im Moment Reisewarnung 3 von 7.

20160516_114008Wir fahren weiter auf eine Anhöhe, wo wir alles überblicken können. Wie ist das alles entstanden. Wir schlagen bei Wikitonia nach: Es sind in der Nähe sehr viele verloschene Vulkane, die irgendwann in der Erdgeschichte dieses Wunderwerk vollbracht haben. Die heiße Lava und der Staub haben dies alles möglich gemacht. Heiße Gesteine haben sich verklumpt. Die Asche dazwischen ist irgendwann aufgeschwemmt oder vom Winde verweht worden. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Alleine diese Gesteinsformationen und diese Landschaft wären eine Reise wert. Wir müssen sie im Vorbeifahren nehmen. Schade. Wir kommen wieder.

20160516_135602Wir besichtigen auf dem Weg nach Aksaray noch die Schlucht bei Ihlara Vidisi. Ein 17 km langer kleiner Grand Canyon. Wir haben leider auch keine Zeit diesen zu durchwandern – ein weiteres Hilfsprojekt steht an.

Wir wollen eine Hauptschule in der Nähe von Aksaray unterstützen. Außerdem 6 Kinder individuell. Den Kontakt haben wir über einen Schwager von einem Arbeitskollegen von Klaus hergestellt. Wir treffen Ferit eine Stunde später als geplant – die Landschaft war einfach zu schön. Ferit hat sich den ganzen Nachmittag extra für uns frei genommen. Er arbeitet hier bei Mercedes und spricht perfekt Deutsch. Er ist mit 10 Jahren noch Österreich gekommen und 17 Jahre geblieben. Er hat nach der HTL in Herzogenburg 7 Jahre lang bei einem Autozulieferer gearbeitet. Danach ist er wieder mit seiner Frau und seinen 2 Töchtern in die Türkei zurückgegangen. 20160516_150916Er geleitet uns direkt in ein Einkaufzentrum. Da wir kein Bargeld geben wollen kaufen wir dort Schreib und Sportutensilien. Für 6 Kinder, die aus sehr armen Verhältnissen kommen, besorgen wir Sportschuhe und Socken.

20160516_163748Wir fahren damit direkt zur Schule und werden bei der Übergabe reichlich belohnt mit freundlichen, fröhlichen glücklichen Kindern, die sehr dankbar über die Kleinigkeiten sind, die wir hier mitgebracht haben.

 

20160516_165206Wir machen noch coole Fotos. Sie dürfen in und auf die Jeeps. Gogo startet den Schwarzen. Die Mädchen kreischen. Andi zeigt ihnen unsere Route und die Fotos davon. Sie sind beeindruckt. Wir auch. Wir denken, dass hier unsere Spende sehr gut angelegt worden ist. Sie alle haben nicht viel. Und sie haben auch gesehen, wie wichtig es ist andere Sprachen zu lernen. Vielleicht auch ein kleiner Ansporn nicht nur für die Schule sondern auch für das Leben zu lernen.

 

13236109_10154174346382641_707414277_nFerit lädt uns noch einem wirklich typischen Türken ein. Im Werkstattviertel über einer Werkstatt im 1. Stock. Ein richtiger Insidertipp. Er ist jetzt seit 10 Jahren wieder in der Türkei. Ein sympathischer Mensch, der beide Systeme kennen gelernt hat. Mercedes hat hier die größte Lastwagenfertigung. 2000 Mitarbeiter. Bis 2018 sollen hier 4000 arbeiten. Wenn Österreich gegen die Türkei Fussball spielt – zu wem hältst du dann? Türkei – was für eine Frage. Heimat bleibt Heimat. Unser Wurzeln können wir nie verleugnen. Danke Ferit für Deine Gastfreundschaft und dafür, dass du dir die Zeit genommen hast mit uns dieses Hilfsprojekt abzuwickeln.

Wir brechen auf. Noch ca. 100 km zum Ort mit dem langen unaussprechlichen Namen der mit S beginnt. Wir suchen noch einen Copyshop – wir müssen fürs Roadbook einige ausgedruckte Fotos einkleben. Wir finden keinen. Klaus geht in irgendein Geschäft. Zeigt den USB Stick und sagt Print. No. No. Klaus deutet: Hier irgendwo in der Gegend. Ein Mitarbeiter geht einfach mit ihm mit und bringt ihn in ein kleines Spielzeuggeschäft. Der Besitzer – ein 60 jähriger streng schauender Türke kennt sich sofort aus. USB Stick rein. Format ausgemacht. Gedruckt. Er verlangt nichts. Klaus gibt einen 20-er. Fertig. Unkompliziert. Ein verabschiedendes Lachen ohne Worte.

DSC01402Das Camp am Salzsee ist einfach eine lange Straße am See. Heute wird nichts getrunken und bald schlafen gegangen – es war gestern sehr spät und lustig und lange. Wir bauen die Plane und den Tisch auf. Ah…endlich seid ihr wieder einmal da. Dürfen wir uns zu Euch gesellen? Wir haben auch Schnaps und Bier dabei! Das Partyzelt ist wieder einmal geöffnet. Es ist wieder lustig.

 

One Response to Zeitreise und Hilfe in Kappadokien – Tag 17, 313 km, Gesamt: 7131 km
  1. Hallo Höffn Foan,

    ein schöner Bericht. Schade, dass ich von eurer Fahrt nicht früher etwas mitbekommen habe, dann hätte ich sie bei mir promoten können.

    Der 17 Kilometer lange Canyon ist übrigens das Ihlara Tal. Das ist eine absolute Empfehlung für eine Reise. Nicht nur zum Wandern / Reiten / Offroad sondern auch zum Sightseeing. Im Tal gibt es 50 Höhlenkirchen zu sehen. Sie sind in den weichen vom Vulkan Erciyes Dagi geschaffenen Sandstein gegraben worden. Beim Besichtigen kommt so ein richtiges Indiana Jones gefühl auf, weil man die Hänge ein wenig Hochklettern muss und die ganzen versteckten Kirchen suchen kann.

    Kappadokien ist auf jeden Fall eine tolle Gegend!

    Eine Empfehlung ist auch noch Derinkuyu. Das ist eine alte Höhlenstadt. Sie reicht 14 Stockwerke tief in die Erde hinunter.

    http://www.tuerkeireiseblog.de/kappadokien/

    Oh – und undbedingt mit einem Heißluftballon über Kappadokien fliegen – bei Sonnenaufgang. Klingt zwar kitischig, zahlt sich aber voll aus.

    Schreibts mir, fall ihr nochmal in die Türkei Höffn foats. Ich teile das gerne.

    lg Thomas


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