20160512_091654Der Platz hat sich in der Nacht noch mit sehr vielen Rallyeautos gefüllt. Aber alle Bäume sind weg. Und es waren total große Bäume dabei. Andi hat in der Nacht ohne Pause durchgearbeitet. So ein fleißiger. Er wirkt aber total ausgeschlafen. Wie macht er das nur dieser Andreas. Aber er verrät sein Geheimnis nicht.

Wir starten mit den Morgenritualen. Toni ist immer der Erste – nicht nur von unserem Team. Er hat noch die sauberen Dixieklos. Klaus hat um 8:30 da schon ganz schwer zu kämpfen. Es geht nicht. Knapp vorm kotzen beim Reinblick und keinem Reingeruch.

Er schnappt sich den Stuhl². Er merkt erst danach, dass er soeben den Stadtpark gedüngt hat. Mah Klaus. Bitte.

9:00 Wir verlassen das Camp. Toni ist bereits horny. Er legt den Schalter um. Gähnende Ruhe. Unsere Hupe wurde sabotiert. Wir haben bereits ein Team im Verdacht. Kein internes. Das wird ein Nachspiel haben.

Klaus per Funk: Ist das vor uns bereits David?
Andi: Keine Ahnung. Wir fahren einfach nach. Ein Van, Fahrer mit Glatze, Rechtslenkung.
Klaus ist gereizt. Bitte verifizieren – ich habe kein Interesse einem Fremden nachzufahren, wenn wir die Familie um 9:00 treffen sollten.
Andi macht‘s mit Humor. Klaus findet das in diesem Moment überhaupt nicht lustig. Hat ihn die sabotierte Hupe aus der Mitte geworfen?

20160512_093246Wir erreichen DAS Dynamostadion. Andi ist begeistert. Wirklich beindruckend diese Größe.

20160512_101720Im unteren Bereich des Stadions sind Sportgeschäfte. Wir wollen die Organisation „Orphanes promise“ mit Sportgeräten unterstützen, damit die Waisenkinder einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen können. Wir kaufen einen Tischtennistisch, Tischtennisschläger, Volleybälle mit Volleyballnetz, Ballpumpe, Basketbälle und einen Basketballkorb. Weiters übergeben wir einen riesen Sack Fußbälle, Badmingtonsets mit Netz und einen Sack mit hunderten Matchbox-Autos, die wir noch am Flohmarkt in Linz abgestaubt haben.

20160512_103246Ca. 200 Waisenkinder im Alter von 3 bis 18 Jahren werden damit in Zukunft spielen können. Ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber ein Anfang und ein gutes Zeichen. Die Familie ist unendlich dankbar und wir bekommen von Ihnen als Geschenk ein T-Shirt mit georgischer Schrift und dem georgischen Wappen.

Wir haben damit eine weitere Aufgabe unserer Charityreise erledigt. Auf dem Weg direkt vor Ort Menschen zu unterstützen, die es nicht so einfach wie wir haben. Und Waisenkinder sind hier in Georgien vergessene Kinder.

20160512_132730 20160512_13473611:45 – es geht wieder Richtung Süden. Höchster Punkt: 2159 Höhenmeter. 7 Grad über Null – na wenigstens über. Der östlichste Punkt ist erreicht. Von nun an geht’s wieder Richtung Westen – Richtung heimwärts.

Vor uns breitet sich eine wunderbare Hochebene aus. Unendlich weites unberührtes Land. Ein See mit Inseln in der Mitte. Schneebedeckte Berge. Leichter Regen. Sonnenschein.

20160512_1442242 Radfahrer mitten in der Landschaft. Ein Paar. Sonja mit Zahnspange und Phillipe der Lockenkopf. Beide Architekten aus Mexiko. 27 und 25 Jahre alt. Sie hat in Berlin studiert – spricht also Deutsch. Mit dem Fahrrad wollen sie auf dem Seidenweg in einem Jahr von Holland nach China. 20.000 km. Die Hälfte ist hier ca. geschafft. Übernachtungen bis auf einmal immer im Zelt. Budget pro Tag: 10 Euro. Wir versorgen sie noch mit Bier aus Georgien, Brot aus der Türkei und Gulaschdosen aus Österreich. Heutiges Ziel noch 80 km bis Tiflis. Interessante Menschen. Viel Glück. Muchos gratios

 

Ein blau fahrendes Rettungsauto vor uns. Klaus euphorisch: Ich habe noch nie ein blau fahrendes Rettungsauto überholt. Toni ist davon nicht begeistert. Mah Klaus – muss das sein. Klaus: Ja das muss sein. Und 80 km/h sind auf diesen erstaunlich guten Straßen wirklich zu wenig. Sogar Gogo ist von dieser Idee nicht begeistert. Der Teamchef gibt aber grünes Licht. Wäre aber nicht notwendig gewesen. So mündig ist unser Klaus schon, dass er die vernünftigen Dinge von den Unvernünftigen unterscheiden kann. Blinker raus. Den schwarzen und das Rettungsauto in einem genommen. Toni bremst mit. Die Botenplatte hat eine weitere Beule. Nach unten.

Wir wissen nicht genau, ob die Grenze, die wir uns ausgesucht haben auch offen ist. Wenn nicht, hätten wir ca. 60 km Umweg gemacht. Wir riskieren – und gewinnen.

20160512_170502Der Grenzübertritt sehr interessant. Im Herbst 2014 eröffnet ist alles sehr modern. Die Beamten jung. Klaus reicht die Papiere raus. In diesem Moment gibt Gogo im Schwarzen kurz Gas – der gebrochene Auspuff zeigt seine Wirkung. Brumm Brumm. Whuhuhu. V8…staunende bewundernde Blicke nach hinten. Klaus bekommt die Papiere sofort zurück und wird weitergewunken. Gogo braucht an dieser Grenze länger –  die Beamten wollen das Auto genau inspizieren. Brumm Brumm.

Toni wird bleich. Die Grenzbeamten wollen wissen, ob wir Alkohol dabei haben. Klaus meint – ja ca. 10 Bierdosen. Toni schlägt die Hände übers Gesicht – jetzt ist es aus. Schade um das Bier. Klaus bietet dem Grenzbeamten ein Bier an. Der Beamte lacht und verneint. Wir können weiter.

Türkei. Wir sind wieder versichert

20160512_172500Grenzenlose Freiheit. Verarmte Dörfer. Alte Menschen. Niedrige Häuser mit Grasdächern. Torfzäune. Im Dorf wird mit Torf geheizt. Guter Werbeslogan.

Wir fahren rechts ran. Postkartenkitsch und Motorhaubenpicknick. 20160512_175530Andere Teams gesellen sich zu uns. Wir machen eine Offroadrunde mit dem Versuch den 4Rad Lowgang zu probieren. Trotz unseres Jeeps keine Chance. Ein anderes Team mit einem Opel irgendwas versucht dieselbe Stelle. Ihre Verkleidung wird hinten heruntergerissen. Alle lachen. Alle freuen sich. Die Verkleidung kommt aufs Dach und wird im nächsten Camp wieder draufgepempert. Es geht um alles – es geht um nichts.

20160512_150400Toni: Wir sind hier in Georgien. Ein christliches Land. Da soltlen wir zumindest eine Kirche besucht haben. Es wird eine Sensation. Toni findet auf der einsamen Straße einen Hinweis. Funk: Kirche rechts im Ort. Die will ich bitte gerne sehen.

 

Abseits der Hauptstraße ist es mit den Straßen nicht mehr ganz so einfach.

 

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Aber die Kirche und das Ganze drumherum sind es das alles Wert.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Messnerin sperrt extra für uns den Pfarrgarten auf. Das halbe Dorf begleitet uns hinein und erzählt ein türkisch was sie nicht alles in dieser Kirche geleistet haben. Das Bauwerk wurde 2015 eröffnet. Wir sind in einem Dorf mit armenischer Minderheit. Die Kirche selbst ist eine katholische.

 

 

18:00 Wir erreichen das Camp. Idyllisch am See mitten in der Hochebene umringt von kleinen Hügeln. Schotterplatz oder Gatschwiese. Klare Entscheidung: Gatschwiese. Es regnet leicht. Der Wind vom Wasser reinkommend. Wir beplanen die Jeeps und Toni und Andi beginnen Gulasch zu kochen.

20160512_183448Klaus besteigt den Berg mit Stuhl². Herrliche Aussicht. Kein enger Stadtpark sondern geruchsbefreite Endlosigkeit. Die Camptoiletten werden ab jetzt wenn möglich immer gemeidet. Der Stuhl² bleibt zur Sicherheit am Berg – freigegeben für alle anderen Teams.

Die Vrwäga kommen auf ein Gulasch und unsere letzten Biere vorbei. Setzt’s eng her, samma mehr. Hucks eng nieda – es sat‘s ned zwieda. Sie wollen uns das Xsi erklären. Luki und Börni lachen. Hahaha. Hihihi. Kathi lacht charmant mit. Manuel hat sowieso einen Dauergrinser. Andi berichtet von unseren Erlebnissen – seine Ausschmückungen sind köstlich. Gogo bleibt in dieser Nacht abstinent – auch einmal angenehm. Toni verteilt Moods – wir sind in the mood. Klaus sprengt sich weg -keine Ahnung mit wie vielen Teams er es sich wieder verscherzt hat. Es wird eine lustige Nacht. Um eine Stunde verlängert. Wir haben ja an der Grenze wieder eine geschenkt bekommen.