20160511_075427Viel besser haben wir in diesem feudalen Hotel auch nicht geschlafen. Doppelbett mit einer gemeinsamen Decke. Klaus hat gegen Gogo und Toni gegen Andi zumeist zu kürzeren Rand gezogen.

Toni‘s Hose hat an einer kritischen Stelle einen Riss. Er weiß selbst nicht woher dieser Riss kam. Hat es ihm eventuell wegen dieser schönen Landschaft den Beitl mit weichem B auf die Seite gehaut?

Klaus flickt diesen on the fly – so stehgreif. Gefährliches Manöver. Es geht alles gut. Es wird nur die Hose zusammengenäht. Beide sind ziemlich erleichtert.

Am Parkplatz vor dem Hotel die Scheibenputzer von gestern. Dreckige Scheiben. Andi lacht. Für 150 km 7 Stunden durch die Pampa von Georgien. Ankunft 5:30 in der Früh. Andi lacht noch immer. Den Durchblick haben sie nicht ganz gehabt.

20160511_095516Frühstück beim Mekki. Teambesprechung. Getankt wird heute Premium Sprudel – nicht das billige Zeugs. Controller Andi hat gesprochen. Hugh. Der Benzin ist hier extrem billig: 0,72 Cent.

Georgien ist das Land des Tees und der Straßenplattentechnik. So holprig war es auf einer türkischen Straße nie. Nicht einmal auf den Offroad Strecken.

Die Gegend wird immer düsterer. Auch das Wetter. Es schifft in Strömen.

Die Straße ist zu Ende. Es gibt nur mehr eine Autobahn. Das verstößt gegen die Regeln. Die Alternativstrecke würde 3 Mal so lange zu fahren sein. Wir nehmen die Autobahn und sind nicht das einzige Team. Einer vom OK Team wink uns weiter – es ist also alles legal. Wäre uns aber in diesem Moment auch nicht wichtig gewesen.

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Auch die Vrwäga begleiten uns. Wir machen ein Bushaltestellenpicknick. Jungkühe inclusive. Sie kochen Kartoffelrösti und Nudeln Bolognesa. Die Vrwäga – nicht die Jungkühe. Wir bleiben bei unseren Cabanossi und Jagdwurstdosen. Bier wird geteilt. Es schüttet wie aus Schaffeln. Der Lärm der Schnellstraße ist ohrenbetäubend. Kein schöner Rastplatz – aber wir haben unseren Spaß. Kathi, Luki, Börni und Manuel sind voll auf unserer Welle. Auch wenn sie eine komische Sprache sprechen – sie kommen aus Xsiberg. Daher auch der Teamname Vrwäga – für verwegen.

 

20160511_182110Die Stadt erscheint. Der Verkehr stockt. Wir verlieren die Vrwäga im Stadtgetummel. Wir suchen den Platz der Revolution. Dort werden wir unseren Rosenstock pflanzen. Am Platz der Revolution war 1994 eine Schießerei. Georgien hat sich losgelöst von Russland. Demütig halten wir wieder inne und sind uns unserer Situation und unseres Reichtums bewusst. Es gibt kein schöneres Leben als unseres. Danke. Padlova. Tescheküller.

Wir werden vom OK Team zum Camp begleitet. Nach ca. 500 m ist das OK Team Auto im Verkehrsgetümmel verschwunden. Wir denken, sie wissen den Weg wieder nicht. Es lebe das Chaos.

Unser Meisternavigator Gogo kennt den Weg. Wir haben haben schon einen Verdacht: Er hat bereits heimlich die gesamte Strecke im Allgäu-Orient Simulator nachgespielt. Ansonsten könnte er die Strecke nicht immer perfekter als das OK Team wissen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankschön an Gogo: Ohne Dich hätten wir viel mehr erlebt.

Wir sind im Stadium von Tiflis untergebracht. Andi kann seine Nervosität nicht verbergen: Was wirklich – DAS Stadion in Tiflis. Toni meint, dass das nicht DAS Stadion ist. Er wird wieder einmal Recht behalten. DAS Station ist auf der anderen Seite der Stadt. Wir werden es morgen kennenlernen.

Das Nachbarteam erkennt unsere Hupe und meint nur: Ach ihr ward das. Die uns vorgestern um 8:00 in der früh bei der Campausfahrt geweckt haben. Toni strahlt – ja das waren wir. Die Hupgenervten meinen nur – Nee, das ist nicht lustig. Ohoh – das klingt nach Sabotage.

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Wir haben während des Tages bereits Kontakt mit Tamta aufgenommen. Per Telefon. Die Verbindung war sehr schlecht. Daher danach per SMS. Tamta ist eine Kontaktperson von Gogo’s Schwager Peter, der uns übrigens auch unterstützt hat, indem er uns seine Newsletter Funktion gratis zur Verfügung gestellt hat. An dieser Stelle ein herzliches Danke an Peter von der Firma seimo.at

 

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21:00 Andi organisiert professionellst ein Taxi. Hand raus – Taxi da. Wir sind sofort Freunde. Beim Bezahlen kennen wir uns nicht aus. Er deutet irgendwie, dass er nichts verlangen will. Andi bezahlt ihn fürstlich.

Wir fahren mit dem Taxi zum Treffpunkt, den Tamta für uns organisiert hat: Ein typisch georgisches Lokal. Dort lernen wir auch den Rest der Familie kennen. Eigentlich ist es keine Familie – aber sie wirken so, daher sagen wir Mama Papa Kinder. David und Megi sind die Direktoren der Organisation „Orphans promise“. Sie unterstützen Waisenkinder und bieten Ihnen am Wochenende die Möglichkeit ein Zuhause zu haben. Tamta und Mary sind dort Lehrerinnen. Tamta für Englisch, Mary musiziert mit Ihnen. Rebekka, die kleine Prinzessin ist die Tochter von Megi und David. Sie alle erzählen sehr interessante Geschichten, und wir haben ein absolut gutes Gefühl, dass unser Geld dort gut investiert ist.

20160511_224008David ist 1994 vor 20 Jahren aus Tiflis nach Holland geflohen. Damals herrschte in Georgien der Unabhängigkeitskrieg – Georgiens Loslösung von Russland. Er bekam dort Aysl und ist nach 3 Jahren wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Er spricht besser holländisch als Englisch. Daher ist es total witzig mit ihm zu sprechen. Er sagt: Morgen ist Freitag. Klaus sagt – nein – morgen ist Donnerstag. Er hat gemeint, morgen ist ein Feiertag. Wir vereinbaren für morgen einen Termin um 9:00.

20160511_214240Sie zeigen uns auch mit welcher Technik man Kinkalli ist. Das Essen ist wieder hervorragend – Toni ist aber vom Bier nicht begeistert. Georgien ist laut seinem Bericht das Land mit den längsten Weintraditionen. Wir stimmen das altbekannte Lied an: Georgischer Wein, schmeckt so wie das Blut der Erde –schenk noch mal ein…

Klaus muss auf die Toilette. Gogo meint – nimm aber bitte keinen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung auf. Klaus posiert im Hintergrund an einem Tisch, an dem gerade eine Dame ein Foto eines gegenübersitzenden Paares macht. Die Fotografin lacht. Der Mann dreht sich um. Sein Blick verrät nichts Gutes. Sein Aussehen gleicht dem eines Piraten. Er ist auch sehr betrunken. Klaus erkennt, dass er Scheiß gebaut hat. Er sagt Bye und geht sehr schnell zur Toilette. Der Pirat hinterher. Er beginnt auf türkisch zu schimpfen und zu fragen, was das gerade war und dass er sich nicht gerne verarschen lässt. Ein Georgier, der die Szene anscheinend verfolgt hat, interventiert und beschwichtigt, indem er sagt, dass alles nur ein Joke war. Der Pirat lässt sich nur schwer beruhigen. Klaus geht zurück zum Tisch – unverfolgt. Er wird danach das Lokal inkognito verlassen. Mit einem aufgestellen Kragen und Tonis Kapperl. Dass er kein Kapperlgesicht hat, ist ihm in diesem Moment komischerweise vollkommen egal.

David bringt uns samt seiner Familie in seinem Van mit Rechtslenkung zum Camp zurück. 9 Leute in einem 7 Sitzer. Sightseeing um 23:00. Interessante Stadt mit viel Geschichte. Umkämpft und noch immer sehr im Aufbruch. Wir fühlen uns trotz allem sehr sicher.

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