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Aufstehen und Duschen. Lange Schlange obwohl es 4 Duschen gibt. Warum duscht jemand 8 min, obwohl er weiß, dass sehr viele warten. Klaus ist geduldig. Ein Schweizer rastet fast aus und schaut alle 30 Sekunden, ob doch nicht schon was frei wäre. Beim Klo könnte man das verstehen. Aber duschen. Immer die Schweizer mit ihrem präzisen Uhrwerk. Da darf keine Sekunde fehlen.

Andi lacht laut auf: Hast du gesehen, das Team hinten neben uns hat ihre Scheiben total sauber geputzt. Das könnte uns nicht passieren.

Motorhaube auf. Wo sind die Kleinteile. Toni ist verzweifelt: Die habe ich doch gestern dort oder dort oder dort oder dort hingegeben. Klaus und sogar Andi (ein Hupenprojektfeind) helfen ihm suchen. Phu. Endlich gefunden. Unter dem Klopapier.

Fliegende Sicherung montiert. Kabel verlegt. Schalter gegaffert. 5 4 3 2 1 Hup – Dalli Dalli Dalli Dalli Dalli Dalli.

Klaus und Toni trauen ihren Ohren nicht. Ein genialer Moment. Das wird ein Campausfahrt. Geil Oida. Give me five. Am nächsten werden wir erfahren, dass wir uns damit keine Freunde gemacht haben. Banausen.

Sie wissen noch nicht, dass diese Hupe viel mehr kann als nur hupen. Sie findet Menschen zueinander. Rauchzeichen – Hupzeichen.

Aufbruch Richtung Georgien. 120 km bis Batumi.

Küstenstraße. Der Verkehr wird weniger. Die Häuser heruntergekommener. Das Land vergessener. Das Meer schwärzer. Die Sonne scheint trotzdem wunderbar. Allerdings ziehen am Himmel Wolken auf.

Grenze. Fahrer bleiben im Auto, Beifahrer müssen zu Fuß drüber. Andi war bisher der Fahrer. Er macht für Klaus Platz – weil der Rote auf Klaus angemeldet ist. Sollte einfacher werden.

20160510_140500Zweimal Passkontrolle. Rechts ran. Kofferraum auf. Die Zollbeamten finden das Werkzeug. Oje – jetzt wird’s ernst. Sie verziehen keine Miene. Einer nimmt einen Seitenschneider heraus. Deutet damit auf Gogos Bart. Jetzt geht’s ihm an den Kragen. Gogo ist verzweifelt. Der Beamte beginnt zu lachen. Gogo auch. Klaus zückt den Fotoapparat. Der Beamte schüttelt den Kopf. No Photo. Der Beamte schaut wieder ernst.

 

Gogo startet. Ein geiler Sound.

Klaus startet die Hupe. Immer wenn Gogo seine PS zeigen muss, muss auch auf die Hupe gedrückt werden. Der Beamte schaut noch finsterer. Jetzt ist es aus. Nein er winkt weiter. Phu.

Klaus bitte das nächste Mal keinen so einen Blödsinn machen.

Finster schauende Beamten. Andi und Toni sind in der Zwischenzeit zu Fuß rüber. Sie kaufen im Dutyfree noch Wiskey und Tschokolatta. Jamerson und Rittersport.
Georgien wir sind da. Klaus verpestet akustisch die georgische Luft. So findet das Team wieder zusammen. Hat schon einen Sinn so eine Hupe.

20160510_123912Christliches Land, Kirchen, Kreuze, kein Alkoholverbot aber 0,0 Promille – in der Türkei waren 0.5 erlaubt. Kurzes Gymnastiktraining mit Toni. Nur Toni macht mit.

Für Georgien haben wir keine Haftpflichtversichung. Können wir an der Grenze besorgen hat man uns immer gesagt. Andere Teams irren ebenfalls umher. Hier kann man nichts finden und abschließen. Muss man in Batumi erledigen sagt man uns. Dann fahren wir ca. 15 km ohne Versicherung um dann dort eine Versicherung abschließen zu können. Es kommt aber noch einmal anders. Wir pfeiffen drauf. 2 Tage Georgien nun haftplichtfrei – das ist Freiheit pur. Vorsicht ist angesagt. Wir müssen nicht an jeder Kreuzung in erster Instanz gewinnen.

Der Strand. Wir fahren im Schotter fast bis ans Wasser. Geiles Schotterknistergeräusch. Wir riskieren alles. Wir könnten hier stecken bleiben.

20160510_150058Klaus ist als erster im Wasser. Gogo und Toni kommen nach. Quallen. Feuerquellen meint Toni. Gogo nimmt eine auf seine Hand – fühlt sich nicht gefährlich an. 20160510_144942Toni: Bin ich ins Geschäft gegangen und habe gesagt, ich will die hässlichste Badehose. Hat funktioniert. Toni gewinnt den Badehosencontest.

Andi hält das ganze vom Ufer aus fest. Das Wasser schaut ihm zu nass und zu schwarz aus. Und ca. 16 Grad sind ihm zu kurz.

IMG_3748Neues Land. Neue Gebäude. Das Land fühlt sich anders an als die Türkei. Ungepflegter. Ärmer. Die Straße viel rumpeliger. Wir werden schnell merken, dass hier die Gegensätze sehr extrem sind. Palmen neben einer Müllhalde.

Neues Geld. Lari. Ein Euro sind 250 Lari. Ist unsere erste Information. Bankomat. Wir wollen 100 Euro – also 25000 Lari beheben. Karte wird sofort wieder ausgespuckt. Nächster gegenüber. Maximaler Betrag: 3000 Lari. Da kann was nicht passen. Toni hat noch Euro. Gegenüber Wechselstube. 100 Euro. Wir bekommen 250 Lari. Ahhh – dann ist ein Euro also nicht 250 sondern 2.50 Lari. Auf den Punkt gebracht. Toni will seine Euro behalten . Er wechselt in der Wechselstube noch einmal zurück.

Batumi. Hier soll heute das Camp sein. Wir finden das OK Team auf der beschriebenen Straße. Sie warten auf jemanden der auf jemanden wartet. Kein Plan wo wie was.

20160510_083608Wir suchen uns ein Hotel. Heute ist Halbzeit. Ein Vierbettzimmer 4 Stern um 250 Lari für alle 4. Aber kein Parkplatz und in einer Gegend, die nicht sehr einladend ausschaut.

Links und rechts gesteuerte Autos. Andi ist verwirrt. Anscheinend werden hier alle Autos billig vertrieben, die entweder falsch produziert wurden, leichte Mängel haben oder einfach keinen Abnehmer gefunden haben. Und man kann sich auch aussuchen, ob man lieber links oder rechts fahren möchte. Andi versucht es auf der linken Seite entgegen den Verkehrspfeilen. Hat funktioniert. Noch eine verkehrstechnische Steigerung zur Türkei – Verkehrszeichen sind nur mehr eine Empfehlung.

Auch die neue Hupe leistet uns gute Dienste.  Wir entscheiden wieder zum OK Team zurückzukehren und uns eventuell das Camp anzuschauen. Noch immer keine neuen Infos. Bosna und Toast an einem Hot Dog Stand. Kein English. Wir bestellen mit Händen und Füßen. Es gibt kein normales Cola – nur Cola Zero. Die Menschen sehr freundlich. Padlova heißt Danke. Padlova.

20160510_230522_lateinisch_georgischDie Schrift ist einfach wunderschön. Es gibt 34 Zeichen. Zahlen arabisch.

Vom OK Team die Information, dass das Camp sehr klein ist und eine Straße weiter auf einem Schotterplatz. Wir fahren die Strandpromenade entlang. Echt krasse Hotels mit immensen Dimensionen. Ein kleines Coloseum. Andi: Das nehmen wir. Gogo: Dein ernst? Andi. Sicher.

Wir fahren ran. 262 Lari für 2 Zimmer ohne Frühstück. Gebucht. Spa und Wellness inclusive.

IMG_3758 20160510_191022Die Gladiatoren sind in der Arena.

Ausgeh Gewand gesucht und gefunden. Heute Schickimicki Essen gehen. Wenn schon, dann das ganze Programm dekadent. Die Strandpromenade ist mit Springbrunnen, Froschteichen, Palmenallee und Gebäudenachbauten  – eben das Colosseum – sehr schön angelegt. Der eigentliche Strand aber überhaupt nicht. Schotter und Schmutz und ungepflegt. Das Meer schaut nicht sehr einladend aus.

20160510_19404021:00. Es ist noch hell. Uns wurde an der Grenze noch eine Stunde gestohlen. Wir finden  ein einheimisches Lokal. Die Kellnerin spricht ein klein wenig Englisch. Beer and a bottle of red wine.

Wir bekommen 4 Sektgläser. Der Rotwein sauer. Andi und Toni finden ihn super. Klaus ist ein süßer. Das Bier wird nachbestellt.

Toni ist der Bestellungsbeauftragte. Katschipuri und Kinkalli in verschiedenen Geschmacksrichtungen. We want a mixed plate. Not possible. OK. Gogo bestellt Kinkalli without mushrooms. Sir Anthony den Royal Katschipuri. Klaus mixed Kinkalli. Not possible. Er bestellt with mushrooms. Andi bestellt nichts. Gogo sieht einen Spieß, der gerade serviert wird. Er bestellt um. Das Bestellchaos perfekt.

Wir bekommen das richtige geliefert. Wir umverteilen die 3 Gerichte an alle 4. Das Essen ist sehr gut. Toni hat sich heute vorgenommen sich wegzusprengen. Er bestellt ein Glas Wodka. Not possible. Die Kellnerin kommt mit der ganzen Flasche. Einer kleinen. Passt so. Die wird heute noch leer. Toni wird recht behalten.

60 Lari für 3 ausgezeichnete Gerichte, einen Salat, eine Flasche Rotwein, ein Bier und eine Flasche Wodka. Wir geben 65.

23:00 Am Nachhauseweg ein super super super Supermarkt. 24/7. Wurst vom Greisinger ausm Mühlviertel und vom Schirnhofer aus der Steiermark. Viele deutsche und österreichische Produkte. Originalverpackt auf Deutsch. Wir fühlen uns wie daheim. So fern und doch so nah und frisch. Ein Rotweinflascherl geht noch mit heim – ein süßer.

IMG_3777Hier werden wir morgen noch kurz einkaufen.

Toni und Klaus lassen sich zurückfallen. Was hecken die beiden wieder aus.

Andi kümmert sich um sich selbst und sein digitales Social Media. Gogo, Toni und Klaus nehmen das analoge. Balkonien Achterl am Colosseum. Mehr Meerblick geht nicht.

0:00 Toni und Klaus rücken raus: Wir werden jetzt ausrücken und in den Pool dort unten springen. Wir haben den Pool, ja mitbezahlt. Nach einer Stunde kommen sie wieder. Nix Pool geworden. Sie waren noch im schwarzen „au tun diese Kieselsteine auf den Füßen weh“ Meer. Jetzt wissen sie auch warum es so heißt. Es war schwarz wie die Nacht. Es ist 1:23.

One Response to Die Dekadenz der Gladiatoren – Tag 11, 415 km, Gesamt: 4708 km
  1. Also i find des super wos ihr olas erlebt oba a bissal hungern hät i euch schon a gwunschen! Trotzdem ihr seid a tolles Team und ich wünsch euch noch viele schöne einfallsreiche Tage auf der Strecke des Erlebnis.
    Renate


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