20160509_053218 20160509_053342 5:45. Sie Sonne kitzelt uns in der Nase und lacht uns mit einem breiten Guten Morgen an.
Toni ist auch schon gut gelaunt. Er hat dem Campingstuhl auch schon die schöne Landschaft gezeigt.
Ein türkischer Bergflitzer begegnet uns in den Bergen – eine Begegnung der anderen Art.

 

Das Feuer ist verglüht. In uns brennt es weiterhin. Es war bisher der beste Platz zum Schlafen, zum Leben und zum Team begegnen. Nur wir 4 und die Natur. 20160509_053230

Wir brechen um 6:00 auf. Wir wollen heute über die Berge nach Gerisun. Dort soll es wieder ein Camp geben.

Toni ist bereits in der Früh ganz unentspannt. Heute muss es passieren. Wenn wir am Abend ins Camp reinfahren will er den neuen Sound hören. Seine Begeisterung ist ansteckend. Andi und Gogo verhalten sich sehr neutral. Wahrscheinlich hecken sie schon einen Plan aus. Andi: Weniger ist mehr. Wir werden mit dem geringsten Aufwand das optimale rausholen. Sie wirken irgendwie siegessicher.

20160509_105528Klopause. Rechts ran. Toni kommt freudestrahlend zurück: Das war ein 2 Daumenhochklo! Sitzklo. Klobrillenfolie! Klopapier. Seife. Handtrockner. Sauber. Automatische Türen. Kein Münzeinwurf.

So etwas findet man bei uns nirgends auf einer Tankstelle.

Wir kommen nach Merzifon und suchen zuerst das Camp der letzten Nacht. Wir treffen zufällig Burhan vom OK Team. Das Camp ist in den Bergen – eine halbe Stunde von hier. Machen wir nicht. Wir gehen in die Stadt auf einen Kaffee.

Gogo sucht das Lokal aus und bestellt. Coffee please. Türkisch coffee please. Nicken.
Wir bekommen einen Tschai serviert. Es ist amüsant. 7 Tschai und einen Teller Mozarella um 4 Lira. Andi kann es nicht glauben. Er gibt 5. Das sind umgerechnet 1,33 Euro. Der Controller ist zufrieden und kann sich nicht vorstellen, wie man mit so wenig Geld das auskommen finden kann.

Toni hat Hunger. Er wirkt niedergeschlagen. Klaus sagt ihm, dass er noch eine Packung Cabanossi gefunden hat. Toni’s Tag ist gerettet. Er kauft noch Brot ein. Für den Moment ist das aber zuwenig.

Im Lokal daneben gibt es eine Suppe. Eine guten Morgensuppe. Er startet hinein, bekommt einen Tisch zugewiesen auf dem bereits in türkischer Mann sitzt. Klaus kommt dazu und bestellt auch eine Suppe.

Der türkische Mann: Sprecht ihr deutsch? Ja.

20160509_083920Genial. Wir treffen hier in Merzifon in einem Frühstückssuppenlokal einen deutschsprachigen Türken, der sogar unsern Dialekt als deutsch erkennt.

Kemal war 43 Jahre lange in Deutschland. Er hat in einem kalorischen Kraftwerk gearbeitet. Seine 3 Söhne und 3 Enkerl sind noch in Deutschland. Er und seine Frau sind nun in der Pension und wollen jeweils 6 Monate im Jahr in der Türkei und in Deutschland verbringen. Die kalte Zeit in Deutschland, weil die Häuser dort besser isoliert sind.

Er bezahlt unsere Suppen. Wir haben keine Chance, dass wir ihn einladen können.

20160509_082336 Gogo und Andi haben in der Zwischenzeit den Markt besucht. Gogo findet einen Barbier und läßt sich erweichen.

20160509_090716Toni und Andi sind heute unsere Navigatoren. Sie suchen die richtigen Straßen auf analogen Karten in den Straßen von Merzifon. Wir werden eine schöne Straße fahren.
Wir fahren durch die Berge ans schwarze Meer.

Steile Passstraße und wunderschöne Landschaft.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAToni kommt aus dem schwärmen gar nicht mehr heraus. Wir sind in der Nutellaprovinz. Eine Haselnussplantage neben der andern soweit das Auge reicht. Gigantisch. Der Boden und das Klima sind für diese Stauden optimal. Andi weiß, dass 75% der gesamten Haselnüsse weltweit aus dieser Region kommen. Gogo meint, dass er davon 50% via Nutellas verbraucht. Ein Blick auf seinen Körper: Ja – er hat recht.

 

 

 

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Wir erreichen das schwarze Meer. Give me five. Nach Bulgarien nun die 2. Stelle an der wir das Wasser erreichen. Warum der Name schwarzes Meer? Auch Wikitonia hat darauf keine Antwort.

Wir nehmen einen halsbrecherischen aber mit Marmor abgelegenen Abgang zum Meer. Es ist kalt aber wunderschön. 20160509_140320Dave Jones  – der Kapitän der Black Pearl aus Fluch der Karibik taucht auf.

Wir versuchen es noch einmal. Türkischen Kaffee.
Toni: With Milk please.

Der Kellner schüttelt den Kopf. Türkisch coffee with no milk. Er bekommt ihn ohne Milch.

Wir erreichen gegen 17:00 das Camp in Gerisun. Wir sind fast die ersten. Die meisten haben noch einigen Offroad- oder Meeresstrecken genommen.

Bier geöffnet. Prost.  Vom OK Team bekommen wir die Anweisung, dass wir das Bier verstecken oder als Nichtbier kenntlich machen müssen. Haaa?

Daneben ist ein Kinderspielplatz. In der Türkei darf kein Bier öffentlich getrunken werden. Die Kinder würden dabei verstört werden. Wir schauen uns an und denken, dass man alles übertreiben kann. Die kulturellen Unterschiede der Türken zum westlichen Europa sind immer mehr ersichtlich je weiter wir nach Osten kommen. Ob diese Türkei bereit für Europa ist?

Wir wickeln die Bierdosen in Alufolie.

Das mit der melodiösen Campeinfahrt ist nichts geworden. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Toni und Klaus schnappen sich das noch eingepackte Horn  und entfernen sich vom Rest des Teams. Sie wollen ihre Ruhe haben und die eigenen Fehler machen. Gogo und Andi würden da sicher die ganze Zeit wichtig mitreden wollen – auch wenn sie sich noch immer nicht klar für die „Challenge Pimp my Jeep“ deklariert haben. Neidisch sind sie schon. Und sie werden auch noch stolz sein.

IMG_3711Die Hupen sind schnell montiert. Noch den Strom angeschlossen. Aber die Motorhaube geht nicht auf. Toni demontiert den Kühlergrill. Klaus nimmt den Hammer. Geschafft. Leider hat das aber so viel Zeit gekostet, sodass das mit der Elektronik an diesem Tag nichts mehr wird. Leider das Ziel nicht ganz erreicht.

Abendessen.

20160509_201624Das Restaurant schaut sehr gut aus. Leider gibt es hier nirgendwo ein Bier. Weder im Market noch im Restaurant selbst. Daher Ayran, Pepsi und Wasser dazu. Freundliche englishsprechende Bedienung und ausgezeichnetes Essen um 31 Euro für alle 4.

 

 

Wir laden uns noch beim Team Vrwäga ein. Die 4 sind der Hammer. Lustig chaotisch und keinen Schmarrn redend. Ein guter Witz und dann wieder die Ernsthaftigkeit beredet. Es wird wieder nach knapp nach Mitternacht.

Wir gehen alle gleichzeitig ins Bett. Gute Nacht Klaus, gute Nacht Andi. Hat er nicht mehr gehört – er schnarcht bereits. Die Schnarchchallenge hat begonnen.

2 Responses to Black Sea – Tag 10, 434 km, Gesamt 4290 km
  1. “ …..In der Türkei darf kein Bier öffentlich getrunken werden. Die Kinder würden dabei verstört werden. Wir schauen uns an und denken, dass man alles übertreiben kann. Die kulturellen Unterschiede der Türken zum westlichen Europa sind immer mehr ersichtlich je weiter wir nach Osten kommen…“
    …….. HE BUBEN Ich hab mich fast umgehauen – wie ihr hir schreibt!!

    Wusste gar nicht, dsas die Türkei und USA sich So ähnlich sind von wegen OSTEN auch im Westen sans so
    Nur Froh das wir im good old Europe …. Bierli auf der Terrasse trinken können!

  2. Tja andere Länder andere Sitten aber wie ist es mit an Kracherl( Fanta ) in der Dose die Kinder können doch beides net lesen. Sei`s wie`s sei wir werden es e sehen wos kummt.
    Was mich aber auch zum Nachdenken anregt …. Warum der Name Schwarzes Meer? Vielleicht das….wenigstens… des Meer sauber bleibt …weil in a schwarzes Wosser geht kana und de meisten Menschen denken jo net noch obs a wirklich schwarz is.
    In Gedanken im schwarzen Meer versunken schicke ich euch Liebe Grüsse Renate


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