20160508_083034Aufstehen: Same procedure as the last 2 days.

Oder doch nicht ganz. Es gab 2 Duschen im Camp. Eine sehr nahe, und die andere um 20 m weiter weg. Die 3 Frühstarter kommen frisch geduscht zurück. Mmmmhhh Dusche gut alles gut. Aber das Wasser leider kalt. Klaus noch immer auf der Liegefläche im Schlafsack. Hoffentlich zeigt er heute nicht schon wieder seinen Freischwinger.

Er rafft sich auf und nimmt den weiteren Weg auf sich. Haha. Warmes Wasser. So ist es fein. Warmduscher.

Wir starten gemütlich los und entscheiden uns für eine wunderbare Strecke ins Outback. Querfeldein in der Türkei. War aber dann doch die falsche Richtung. Wir drehen um. Die schöne karstige Landschaft war es wert.

20160508_091835Noch einkaufen. Gogo kontrolliert die Befestigung der Randsteine mit dem Jeep. Rumpel Rumpel. Solide Ausführung aber leider nicht ganz jeeptauglich. Er nimmt noch einmal Anlauf. Der Stein sitzt wieder richtig.

Es geht nach Nordosten in Richtung schwarzes Meer. Eine Traumstrecke. Ein Pass nach dem anderen. Wir machen eine Fotopause. Ein anderes Team kommt vorbei. Wir machen die Welle. Schnell Schnell – da hinten kommt ein LKW – den haben wir sonst 30km vor uns…

Regen. Hagel. 2000m Seehöhe. Sonnenschein. Wir nehmen eine Offroadabzweigung bis wirklich hinauf bis nix mehr geht. Und da geht sehr viel mit unseren Jeeps.

20160508_121656Motorhaubenpicknick. Letzte heimische Wurstreserven aufgebraucht. Wir lieben die Freiheit dieser Höhe. Die Landschaft ist ähnlich schön wie daheim – könnte auch das Mühlviertel sein.

Sentimentaler Muttertag. „Hallo Mami. Mir und uns geht es gut. Du hast alles richtig gemacht mit mir. Wir genießen die Freiheit dieser Reise. Wir haben keine Angst. Wir wissen, dass du uns dabei beschützt.“ Gogo‘s und Toni’s Mamis leider bereits von ganz oben. Aber auch sie sind bei uns dabei.

20160508_105926_001Wir haben die Aufgabe ein Pickerl einer Käserei aus dem Allgäu an einer interessanten Stelle zu platzieren. Wir kombinieren. Käse mit einer Kuh. Gesucht gefunden. Toni klebt der Butterhirschin ein. Elegante Haltung. Gut gemacht.

 

Zwischenstation in Çorum. Hier bekommen wir ein neues Roadbook für Tag 8: Die Offroad Strecke hat sich geändert, weil ein Bergrutsch die vorgesehene Straße verschüttet hat.

Jetzt geht die Sucherei los. Wo ist der Start der im Roadbook beschriebenen Strecke? Nicht auf Seite 1 –nein auf Seite 15. Seite 1 war die Wegbeschreibung wie wir zum neuen Roadbook kommen. Das nächste Paradoxon.

Start der Strecke beim zentralen Clock tower. Wir finden ihn nicht. Wir fahren langsam durch die Stadt. Hinter uns ein Polizeiauto. Wir wollen links raus. Toni streckt die Hand aus dem Fenster und gibt der Polizei zu erkennen, dass sie gefälligst den Weg frei machen soll. Sie gehorchen. Super gemacht Toni.

Wir machen ganz was rallyemännlich untypisches. Wir fragen nach dem Weg.

Ein junger Einheimischer hilft uns. Er ist Anästhesist im örtlichen Hospital und ist begeistert von uns und unserer Mission. Er versucht zuerst den Weg zu erklären. Sein Englisch und unser türkisch reichen nicht. Er holt sein Fahrzeug und begleitet und bis zum gewünschten Ziel. Ein Foto, ein Handshake, eine Visitenkarte, ein neuer Facebookfreund. Danke Mohamed. Wir starten.

Wir brauchen noch ein Kilo Kichererbsen. Wir fragen an einer Tankstelle. Ein Foto der Kichererbsen und 3 Fragezeichen auf einem Zettel reichen aus. Wir bekommen eine Detailskizze. Auch das war eine Easy Going Aufgabe.

Es ist mittlerweile 18:00. Wir müssen uns entscheiden.

Für die Offroadstrecke über ca. 50 km würden wir ca. 3 Stunden brauchen.

Wir sind uns einig. Machen wir heute nicht mehr. Wir suchen uns einen Platz am Beginn der Strecke, werden dort wild campen und grillen und morgen zeitig in der Früh weiterfahren. Außerdem wollen wir wieder einmal unter uns sein. Zuviel der Festivalstimmung ist auch nicht gut.

Wir kaufen noch Fleisch. Bei der Abfahrt wird Toni noch einmal nervös. Wir haben kein Brot mehr. Er springt aus dem Auto, rennt quer fuchtelnd über die Straße. Mit dem Regeln des Verkehrs mittlerweile schon sehr viel Ahnung. Er kommt natürlich mit keinem Brot zurück: Frische Rindersteaks. Wenn’s ums Essen geht ist Toni unser Meister.

Nach ca. 10 km fahren wir links rauf. Hier hat es sich wieder einmal bewährt, dass wir uns für Jeeps entschieden haben. Einen herzlichen Dank an unseren Harry. Beste Entscheidung. Der Weg wird steiler. Wir queren noch ein Bachbett und fahren den Bergkamm hinauf. Geile Show.

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Wir sind am Ziel: Auenland

 

20160508_200338Wir machen uns fertig für ein gemütliches Outdoorabendessen und freiem Himmel. Der Campinggriller ist schnell aufgestellt. Andi ist unser Chefkoch. Klaus bietet ihm seine Haube an. Brauch ich nicht sagt Andi – ich bin inkognito da und außerdem wäre eine zu wenig.

 

 

20160508_195248Und nun kommen wir hier zwischendurch zu einem Kapitel, dass eventuell nicht für alle Leser geeignet ist. Es ist aber ein ständig präsentes Thema.

Freistuhlen
Klaus schnappt sich den Thron und sucht sich einen geeigneten Platz. Nicht versteckt sondern natürlich exponiert. Ins Land einischaun. Der Klappspaten darf auch nicht fehlen. Ein Genuss. Vermutlich werden wir alleine schon deswegen in Zukunft die Camps meiden und uns in die Einsamkeit der Berge zurückziehen.

20:00 Der Tisch ist gedeckt. Das Fleisch fertig. Das Bier gekühlt. Wir hauen rein. Wir sind satt. Wir sind mit uns und der Welt zufrieden.

20160508_210128Wir öffnen noch einen Hotspot: Ein Lagerfeuer

20160508_193812Toni der alte Waldläufer hat vor dem Essen bereits sehr viel Brennholz gesammelt.

Die noch glühende Kohle wird als Basis verwendet. Das Holz zerkleinert und verbrannt.

21:00 Romantischer kitschiger geht’s nicht: Klarer Sternenhimmel, Lagerfeuer, relativ Laue Nacht.

Wir reden. Wir schweigen. Wir starren ins Feuer. Es muss nichts. Alles kann einfach.

Toni und Klaus betrachten die Milchstraße. Sie entfernen sich 10 m vom Feuer. Paradoxon. Weg vom Licht um etwas zu sehen.

20160507_182924Sie kommen leicht nervös zurück. Ping Ping Ping. Toni hält eine Ansprache:

Liebe Freunde, wir möchten Euch hiermit mitteilen, dass wir die uns zuteil gewordene Schmach nicht länger auf uns sitzen zu lassen. Daher haben wir uns entschieden die Sache in die Hand zu nehmen. Klaus und ich halten es nicht mehr länger aus.

Offene Münder bei Gogo und Andi. Was wird da jetzt kommen. Fängt nicht gut an.

Toni weiter: Immer wenn wir wo durchkommen oder wegfahren blamieren wir uns bis aufs Blut. Daher haben wir beschlossen eine neue Teamchallenge zu starten: Pimp my Jeep. Klaus und ich sind ein Team und werden den Roten von nun an optisch und akustisch aufpeppen.

Offene Münder bei Gogo und Andi.

Toni: Wir haben uns bereits gestern ein Melody Horna gekauft. Dalli Dalli der Name. Darum waren wir so lange weg. Wir werden dieses Melody Horna auf unseren roten pimpen. Hahaha“. Toni und Klaus schlagen ein – Give me five.

In den Gesichtern von Gogo und Andi lesen sie die totale Begeisterung. Jetzt dreht es ihnen schon den Fetzen hinein.

Klaus fährt fort: Ihr könnt das alles bei eurem Schwarzen machen. Am Ende lassen wir ein neutrales Team abstimmen, wer seinen Jeep besser gepimpt hat. Seid ihr dabei?

Andi: Schloffm ma amoi drüber.
Gogo: Und das wollt ihr selber montieren? Wo wie was?

1:0 für Toni und Klaus.

Andi geht ins Bett um sich das Ganze durch den Kopf gehen zu lassen. Toni auch. Er ist sehr zufrieden mit der gelungenen Ansprache und den neuen Plänen

Gogo und Klaus nehmen noch etwas Vitamin J zu sich und philosophieren über das Leben. Um Mitternacht ist auch für die beiden Sperrspunde.

Auch die Nacht schläft bereits. Das friedliche Land liegt ganz ruhig zu ihren Füßen.