Die Nacht war kurz. Der Tag erwacht heute um 4:45. Wir auch.
Wir wollen heute sehr weit kommen und wissen noch nicht, wie lange unser Aufenthalt bei der Übergabe der Hilfsgüter sein wird.
Badzeremonien genau getimed. Gogo fragt nach dem Zähneputzen nur: Willst du zuerst noch Zähneputzen, oder darf ich gleich…jaja, man ist gleich in der Früh bei den wesentlichen Dingen des Lebens.

Pünktliche Abfahrt. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es an der Grenze zwischen Ungarn und Rumänien Stundendiebe gibt.

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Kickerl und Grenzbilderl und Pickerl

Grenzkickerl und Foto und Kaffee und Rumänienpickerl. Kostet für 7 Tage 3 Eur – oder umgerechnet ca. 12 Lei. Lei Lei sagen wir nur.

Auf der Rechnung steht die falsche Zeit will Klaus der Kassiererin in gebrochenem Rumenglisch klarmachen. Doch sie meint nur in Deutsch: Wir sind hier in Rumänien eine Stunden vorne. E klar. Wussten wir e selber auch.

„Der Topf geht so lang zum Brummen bis er bricht.“

Wir suchen für unsere sehr professionelle Auspuff-Reparatur noch ein hitzebeständiges Gewebeband. Kann ja nicht so schwer sein. Aber leider finden wir hier keinen Autoteile-Kralik wie es einen in Freistadt gibt.
Außerdem sind alle Geschäfte zu. Heute ist doch Montag – oder? Der Verlust des totalen Zeitgefühls ist bereits eingetreten.
Wir werden aber später erfahren, dass heute in Rumänien Ostermontag ist. Daher ist auch sehr wenig Verkehr. Das mit dem wenig Verkehr fällt einem auch zumeist erst ein, wenn man im Stau steht.

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Da klappert der Storch…

Die Route ist klar. 6 Stunden bis Sibiu. Wir schauen vorher noch in Cristian vorbei – einer Storchgemeinde. Und was sehen wir da zufällig: 2 Störche beim Klappern in schwindelerregter Höhe. Das Männchen sehr akrobatisch auf den sehr dünnen Beinchen des Weibchens. Wer bringt eigentlich die Kinder der Störche?

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In der Kirche wird hochgestapelt.

Ankunft in Neppendorf bei Hermanstadt um 13:00 bei der evangelischen Akademie, wo wir den Anhänger und die Hilfsgüter abgeben. Pfarrer Galter, Frau Renate Köber und Herr Stefan Bichler werden die Sachen an die hilfsbedürftigen Menschen verteilen. Wir haben hier ein wirklich gutes Gefühl, dass die Sachen auch wirklich dort ankommen wo sie gebraucht werden.

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Frau Renate Köber vor dem vollgefüllten Anhänger der Firma Leithäusl

 

 

Wir haben vor allem Rollstühle, Erwachsenenwindel und Medikamente mit. Alles Sachen, die hier sehr schwer bis preislich unerschwinglich zu bekommen sind. Bei uns bekommen diese Rollstühle kein Pickerl mehr.
Auch der Leithäusl-Anhänger wird einen sehr guten Dienst machen und mehrere verschiedene Vereine werden sich diesen teilen.

 

 

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Die Blaskapelle Neppendorfer spielt uns ein Prosit!

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So ein Süßer – und auch der Hund ist sehr lieb.

 

 

 

 

 

 

Da wir auch noch ein Foto mit einem Menschen in einer Uniform, einem Hund, uns und einem Plakat der Hündlebahn benötigen, kommt uns das Ostermontagblasen genau richtig:
Die Neppendorfer Blasmusik wollen uns nicht neppen – nein mit Pfarrer Galter spielen sie von Haus zu Haus. Ein superkleinersüßer Hund wurde auch schnell gefunden.  Der arme hat sich total gefürchtet wegen der lauten Musik. Die anderen Teammitglieder meinten aber, dass es nicht die Musik war, sondern der zottelige Klaus.
Und das könnte wirklich stimmen. Des Klaus‘ Frisur war an diesem Tag wirklich nicht optimal wunderschön. Kann ja mal vorkommen.

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Profis bei der Arbeit.

Danach noch einmal große Technikbeschauung und Besprechung wegen unserem Auspuff.
Wir sind uns einig: Besser hätte man es nicht reparieren können.
Aber zur Sicherheit verstärken wir den Auspuff noch mit einem Winkeleisen.

Dann brauchen wir überhaupt keine Sorgen mehr haben bis zur Zielankunft am 17.05. Unsere Worte in Mohameds Ohr.

Stahl verformen. Frage an Thomas Pilsl von Pilsl&Pilsl: Können wir bei Euch anfangen?

Check der anderen Teams und unseres Kilometerstandes…
Leider stimmen unsere Tachokilometer nicht mit den Trackingkilometer überein. Auf unseren 103 Kilometern zeigt der Tracker 112km an. Dann vertrauen wir eher dem Tracker. Schaut auch besser aus, wenn wir weiter gefahren sind.

Was soll heute noch passieren?

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Neue Rallyedisziplin!

Wir brauchen noch einen Apfelbaum für ein Apfelbaumfoto mit dem Namen des Apfelbaumortes und dem Namen des Apfelbaumbesitzers für die Apfelbaumaufgabe.
Unser Toni spitzt die Augen. Wir meinen – sieht ja e keiner, ob das wirklich ein Apfelbaum ist oder nicht…So nicht. Nicht mit unserem Toni. Wir suchen noch. In der Zwischenzeit haben wir eine Apfelessimeinkaufswagenrallye gemacht.

Und dann brauchen noch einen Butterhirschen für ein Käsepickerl. Alles klar.

Außerdem wollen wir noch Käse kaufen. Den gibt es in den Karpaten direkt an der Straße auf so kleinen Standerln. Sieht lecker aus. Natürlich haben wir beim letzten Stand gemeint, dass der nicht ideal liegt – nehmen wir den nächsten. Leider war das aber der letzte auf der Strecke. Typisch männliches Prinzip.

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Osterwochenendeverkehrschoas nach Bukarest

Ziel sollte heute noch die bulgarische Grenze sein. Vielleicht rasen wir auch „Atemlos durch die Nacht“. Und da wir ca. 2 Stunden auch im Stau verbracht haben, wird das eventuell sogar notwendig sein.

Und es ist auch notwendig. Wir wollen morgen in Istanbul sein. Da Kilometer keine Kalorien haben, fressen wir heute Kilometer. Stunde um Stunde vergeht. Geplante Zielankunft Grenzübergang zu Bulgarien um ca. 22:00.

Die Strecke ist die schlimmste, die wir bisher hatten. Wirklich große Schlaglöcher und Unebenheiten. Wir machen einen Vorschlag an das rumänische Verkehrsministerium für ein neues Verkehrszeichen: Keine Straßenunebenheiten die nächsten 200m.
Da auch bereits die Dämmerung sehr weit fortgeschritten ist wird es immer mühsamer. Wir verwenden unsere LED-Zusatzscheinwerfer – sonst ginge wirklich nichts mehr.
Gogo und Andi machen einen guten Job. Marcel Hirscher könnte die Wangen auch nicht besser umfahren.

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Sehr grenzwertiger Grenzübergang.

22:30 Giurgiu erreicht. YES. Grenzübergang Rumänien Bulgarien ist sich ausgegangen. Die Überfahrt über die Grenze war ein eigenes Abenteuer. Irgendwie hatte man das Gefühl am Ende der Welt zu sein. Keine Beleuchtung. Sehr schlechte Straße. Schlechte Beschilderung. Der Grenzübergang exakt auf der Mitte der Donau. 6 Euro je Auto für die Donaubrücke. Zahlen wir gerne, damit das ganze sicherer gemacht werden kann.

Grenzkontrolle sehr schnell erledigt. Nächstes Land. Nächste Währung. Nächstes Autobahnpickerl. Umgerechnet um 9 Euro für 7 Tage – für das gesamte Straßennetz – egal ob Autobahn oder nicht. Bei diesem Preis sollten die Straßen bereits sehr gut sein. Mal schauen.

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23:00: Wohin soll’s noch gehen?

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Unser sicherer Schlafplatz für heute -eh nur für 3.5 Stunden!

Teambesprechung. Wie lange heute noch. Gogo und Klaus sind noch fit. Wir fahren zumindest noch eine Stunde. Denn wir werden heute im Auto schlafen. Konnte ja wirklich keiner wissen, dass heute noch morgen wird.
1:00 Beleuchteter Tankstellenparkplatz in Sumen. Andi ist als erster im Autobettchen. Wecker für 4:45 gestellt. Wir wollen heute/morgen so bald wie möglich nach Istanbul kommen. Es sollten noch ca. 450 km sein.

Aber davon morgen mehr. Gute Nacht.

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