Eigentlich geht es heute so richtig los. Das bisher war ja ein bisschen wegfahren, einmal im Auto übernachten und wieder heimfahren. Kuschelzone.

Doch jetzt ist wirklich das ganz große vor uns. 3 Wochen freier Fall. 3 Wochen täglich 24 Stunden mit richtigen orientalischen Männern auf sehr engem Raum. 3 Wochen reduziert auf Auto und Gegend und einigen Checkpoints mit den anderen Teams. Das wird jetzt nicht mehr ganz so easy.

Daher auch viel viel intensivere Verabschiedungszeremonien. Wir wollen hier jetzt nicht ins Detail gehen – aber es war schon sehr emotional. Tränen. Umarmung. Tschau. Tränen. Umarmung. Tschau.

Bussi. Bin e bald wieder da. Alles Gute. Ja ich weiß, ich werde jetzt den Tatort 3 mal versäumen. Schlimm. Tschau und Adieu und Tschüss.

Gogo holt Andi, Klaus holt Toni. Autos noch fertig einräumen. 20160501_064732 (Small)Treffpunkt 7:00 Mauthausen.

Alles im Zeitplan.

Auf der Steyreggerbrücke: Alles dabei? Rosenstöcke für Instanbul und Tiflis? Uh—sind noch Zuhause. Es ist bereits 10 vor 7:00. Da werden wir schon wieder nicht pünktlich zum Treffpunkt kommen.

Toni verkündet den anderen unser Missgeschick – oje. Treffpunkt irgendwo. Gogo hat ja einen Anhänger mit – damit kann er eh nicht so schnell sein.

Bei Melk treffen wir uns wieder. 20160501_092807 (Small)Gogo und Andi haben in der Zwischenzeit auch bereits einen Zirkus mit Kamelen ausfindig gemacht. Das könnte bereits das Siegerfoto sein.

20160501_071337 (Small)Da der Tankdeckel unseres roten Boliden bei einer Tankstelle einmal liegen geblieben ist, hat uns unser Harry – liebe Grüße an dieser Stelle – einen neuen Tankdeckel besorgt. Eigentlich e einen alten. Er hat ihn einfach von Alex’s Jeep in Galli gefladert.

Und dann geht der Horizont so richtig auf. Wir fahren Richtung Osten. Stressaway. Freilandstraße. Knapp an St. Pölten und Eisenstadt vorbei sind wir schon fast in Ungarn.

20160501_112822 (Small)Ha schau – ein Grenzlauf. Und tatsächlich. Da war eine Laufveranstaltung so direkt auf der Hauptroute beim Grenzübergang Klingenbach. Sicherheit gleich null. Undenkbar für uns. Ja – Ungarn ist noch anders. Am Grenzübergang treffen wir auf ein anderes Team – PersiGo. Es ist immer eine Freude andere Teams irgendwie zu treffen und sich gegenseitig auszutauschen. Wir machen ein Grenzfoto.

Dann kommt die Pusta – oder wie die Wiesen hier in Ungarn so heißen.

Das Wetter ist super. Sonnenschein. Gelbe Rapsfelder.

Wir singen unser Lied: „Und waun der Jeep schnurrt – und waun die Sunn scheint, daun hobm wir olles Glück in uns vereint. A jeda Kilometer bringt uns näher auns Zü, do kaun der Auspuff schleifn so wie er wü…“

Scheiße. Der Auspuff beim Black Panther schleift auf dem Asphalt. Nein. Es wäre grad so schön geworden.

Ein Blick. Eine Antwort: Das Auspuffrohr zwischen Krümmer und Topf ist gerissen. Originalzitat Klaus zu Gogo: Was habe ich dir immer schon gesagt – fahr nicht so holprig, da könnte noch was kaputt werden“. Aber Gogo muss anscheinend wirklich immer Recht haben.

20160501_132753_002 (Small) Und so stehen wir da am Straßenrand kurz vor Herrendorf – nahe am Plattensee.

Andi flucht. Normalerweise liegen da am Straßenrand eh immer so viele Dosen…Dosen…Dosen…hehehe – wir haben ja selber noch sehr viele Gösser Dosen.

Bier, Radler, Kracherl.

Super. So ein Gösser hört nicht beim Getränk auf. Auch die Dosen sind universell verwendbar. 20160501_144029 (Small)

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Peter Heiligenbrunner von der Brauunion Linz. Er hat uns für unsere Reise reichlich mit Getränken versorgt. Daher schnell einen Radler getrunken – In Ungarn heißts 0.0 Promille – daher kein Dosenbier.

Aber wie festmachen. …wir haben keine Dichtmasse dabei. Wir haben so was noch nie gemacht. Wir haben auch keine Bänder dabei, die heiß werden sollten…

Es ist aus. Wir können einpacken. Traurig.

Und siehe da. Horch was kommt von hinten her. Ein anderes Team der Rallye. Team Nummer 111. Sie bleiben stehen und haben zufällig so was dabei. Wir sind gerettet.

20160501_134754 (Small)Gogo und Klaus – unsere beiden Mechaniker –  reparieren das Ding total professionell unter dem Auto liegend. Andi und Toni sind die perfekten Zuhälter – ah Zuarbeiter: Zange bitte, Schraubenzieher bitte, Eisensäge, Tupfer, Schere…

20160501_141524 (Small)

 

 

 

 

Ein weiteres Rallyeteam fährt vorbei – und bleibt nicht einmal stehen. Das wird ein Nachspiel haben.

 

1 Stunde, 2 Dosenbierhüllen und  4 Zeltharinge später, verdrahtet mit heruntergeschnittener Originalmuffe und Nirosterkabelbindern schaut das mehr als Perfekt aus.

Goto startet. Perfekt. Gogo hat seine Bedenken: Jetzt ist er viel leiser. Ja war denn da bereits vorher ein kleines Loch…

Kontrolle nach 5 km. Alles noch einmal nachgezogen. Wir sind uns einig: Das ist jetzt sogar besser als vorher.

Es geht wieder munter weiter.

20160501_153358 (Small)Aufgabe für heute: Wir haben beim Start Würste bekommen. Wir sollten einfach fremde Menschen einladen diese mit uns auf unseren Motorhauben zu essen. Da wir aber schon sehr weit in Ungarn sind, könnte das eventuell ein Problem sein diese Aufgabe auszudeutschen.

Am Straßenrand 4 Arbeiter. Wir halten.

Klaus: Hi. Sorry. Do you speak english?
Laszlo: Nein – aber ich spreche Deutsch.

Und dann war die Aufgabe auch sehr schnell erledigt. Das Bier und die Würste haben Ihnen geschmeckt. Gösser Bier. Mmmh. Gutes Bier. Gutes Bier.

Pinkelpause.

Da kommt schon wieder ein Rallyeteam vorbei und hält an. Die haben Anstand. Alles in Ordnung? Ja. Alles gut.Wir trinken gemeinsam ein Bier und einen Marillenschnaps – ausgezeichnet. Wir kommen so ins Gespräch. Die Stimmung ist sehr gut. Wir: „Wir hatten eine Panne. Uns hat aber Gottseidank ein anderes Team geholfen. Aber…ein weiteres ist 47 Sekunden sehr langsam an uns vorbeigefahren.“ Das andere Team: „Upps—das waren wir. Wir dachten 2 Rallyeteams auf einem Platz würde bereits genügen…ich glaube, da haben wir noch was gut zu machen.“ Wir: ja. Das glauben wir auch. Es wird ja noch ca. 47 Gelegenheiten dazu geben. Die Teamnummer haben wir bereits wieder vergessen. Wir sind ja schon 47 Jahre alt und nicht nachtragend.

Dann kam der Regen. Aber sonst lief alles gut.

20160501_213850 (Small)Um 20:30 haben wir schließlich 10 Kilometer vor der rumänischen Grenze in Mako ein Quartier gefunden. Und Toni hat dann noch ein wunderbares Restaurant entdeckt.

Gute Nacht um 3 Stunden nach acht.

 

7 Responses to Der Neustart – Tag 2, 690 km, Gesamt: 1250 km
  1. bis jetzt horcht sie jo des nu guad ah,ah stickal drod dad ned schodn , wann ma an find ,unbedingt mitnema,ma was jo nie wos daherkummt. Weiterhin viel glück ,schönes wetter und alles gute.mfg manfred

  2. Comment *Jeder Bericht macht echt neugierig auf den Nächsten. Außerdem könnte das ein Lehrbuch für’s Leben werden, wenn es so weitergeht……wüsste da einen passenden Verlag😉
    Die Quintessenz von diesen neuesten News: eigentlich brauchen wir nichts…..Außer Bier (dosen), Helfer/Freunde und hin und wieder eine Pause……..
    Der Verzicht auf den Tatort im Fernsehen ist fast unvorstellbar und schmerzt fühlbar…..Aber ich denke, euer „Tatort “ wird spannender sein….Wenn auch-hoffentlich – ohne Mord und Todschlag😉
    Freundin mich auf das Kommende 😊

  3. Muss jeden Tag Günter vorlesen ist wie ein Krimi keiner darf reden nur mein lesen zu hören. Aber hallo da verzichten auch wir auf den Tatort und freuen uns soo das Auto Klempner dabei sind. Hurra es gibt doch wieder eine Fortsetzung oder? Wir sind schon gespannt den kein anderes Info kann schöner sein.

  4. Hallo Klaus, Toni, Andi & Gogo!
    Können wir uns da nur anschließen – echt ein toller Ralley-Bericht mit aussagekräftigen Fotos und voll spannend – man glaubt fast man ist mit dabei. Die Reparatur vom Auspuff mit der Bierdose – genial!!! Wünschen euch noch eine aufregende Reise mit tollen Begegnungen und Eindrücken. Wir bleiben dran!!!
    Mögen eure Autos und ihr durchhalten!! lg Moni & Adi

  5. Ich wusste gar nicht, dass unsere österreichischen Nachbarn so humorvoll schreiben können. Weiter so! Ich lese gerne bei euch mit. Da werden Erinnerungen wach…..

    Gruß vom Bodensee

    Michael – T19-AOR2014

  6. Gut so
    Sich immer and Bier halten kann nichts schiefgehen
    Grüße an Siebenbürgen und unsere freunde


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