Die Matratzen im Auto sind sehr gewöhnungsbedürftig. Auch die „neuen“ Bettgenossen. Viel Platz ist ja nicht in so einem Auto, wenn 2 Männer in der Länge vorne und hinten anstehen und wir noch nicht so intim sind, dass wir uns bei zusammenkuscheln wollen – Aber das wird schon noch.

Tagwache um 06:00 – Für Andi, Toni und Gogo. Die 3 gehen auf einen guten Kaffee – und vergessen dabei komplett unabsichtlich auf den 4. Kollegen – wer war das doch noch gleich einmal? Ah – der Klaus – der braucht noch seinen Schönheitsschlaf.

7:45 Sehr freundliche Aufweckaktion. „Geschdschau – wos is…munter werden…komm hol das Lasso raus…so aufstehen wir fahren…bla bla bla…“

Und dann kommt auch schon ein Teil der Rallye an den man sich gewöhnen muss. Laut Plan ist die offizielle Startveranstaltung für 8:08 angesetzt. Um 9:00 geht’s dann los. Ansprachen – und das ist wirklich was besonders: Eine Segnung der Menschen und der Autos durch einen katholischen und einen evangelischen Priester, eine jüdische Rabbinerin und einen muslimischen Imam. Was hier funktioniert könnte so einfach auch generell funktionieren: Religionen verbinden Menschen.

9:45. Es geht endlich los.

Das erste Auto fährt auf die Rampe, bekommt noch die letzten Instruktionen und weg und ab. Über Immenstadt nach (das zieht sich noch ein wenig) Istanbal.

Und dann geht es Team um Team im Minutentakt.

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Wir kommen Punkt 10:00 auf Rampe, Klaus spielt dabei unser Höffn-Foan Lied und Gogo hält alles filmisch fest. Wir bekommen noch Schultaschen und Kuscheltiere für Ostanatolien mit.

_4beplanzen_20160430_100306_159Erste Station aber gleich nach 5 km – Rosengarten bepflanzen. Unser Spezialist dafür Toni. Er hat den Rosenstock besorgt und als Gärtner ist er natürlich der ideale von Gott dafür geschaffene Pflanzer. Gesponsert wurde er von der Gemeinde Lichtenberg – nicht Toni sondern der Rosenstock. Lichtenberg ist Andi‘s Wohnort.

Weiter geht’s noch zur Bergstation der Hündlebahn Roadbook ausfassen._5roadbook_20160430_102140_164 (Small)

Darin sind sämtliche Aufgaben und Treffpunkte und Verhaltensregeln für die Rallye und die entsprechenden Länder definiert. Da kommen einige lustige Dinge auf uns zu. Zum Beispiel werden wir einen Drachenwettkampf mit selbstgemachten Drachen veranstalten…im asiatischen Teil von Istanbul. An dieser Stelle eine Buchempfehlung: Kite runner

Auch 2 Damenschuhe bekommen wir. Die sind nicht gleich. Komisches Paar. Vielleicht hat ein anders Team auch so eine Kombination erhalten. Vermutlich. Eine der Aufgaben wird sein, genau dieses Team zu finden. Andi meinte aber, wir sollten nicht das andere Team sondern die passenden Damen suchen. OK. Was die Damen angelangt hat er die meisten Erfahrungen von uns.

Und dann ist der Weg breit geworden. Ziel: Zuhause. Denn wir holen ja noch unseren Anhänger mit Rollstühlen, Rollatoren, Erwachsenwindeln ab und füllen unsere Autos mit Medikamenten und diversen Hilfsgüter für Rumänien voll.

Aber der Weg dorthin hatte es wirklich in sich. Vielleicht auch, weil unser Navigator den lääääännnnggggeeeerrrreeennn  Weg gewählt aber wirklich viel schöneren Weg gewählt hat. Zuerst hoch und steil. Fernerbass mit Zugspitzenblick.

Foto an der Grenze. Eine der Aufgaben ist es, an jedem Grenzübergang ein Foto zu machen – mit Grenzübergang und uns 4-en.

Weiter nach Innsbruck – Toni schaffte einen kurzen Blick aufs goldene Dachl – Jipiie und dann…………………..endlose weiten. Wir schreiben das Jahr 2016. Alles Bundesstraße bis heim. Wäre da nicht nach so langem Aufenthalt in der Ferne die Vorfreude auf daheim gewesen wäre es noch weiter geworden. Wir treffen unterwegs noch einige andere Teams. Bei St. Johann in Tirol kommt uns plötzlich ein Team entgegen. Wer fährt hier in die falsche Richtung. Aber da haben wir bemerkt – alle Wege führen nach Hause.

An der Traunerkreuzung trennen sich unsere Wege. Klaus fährt nach St. Florian – und die anderen 3 nach Leonding, Lichtenberg und dann Galli mit einem Jeep. Aber wie wo was? Im Jeep sind doch nur 2 Sitzplätze…Oh wie jugendlich  – Toni macht sich hinten auf der Liegefläche sehr dünn und wird bei einer Polizeikontrolle nur knapp nicht gesehen. Das hat er sehr gut gemacht. Von den anderen 3 hätte das keiner so gut hinbekommen – das mit dem flach legen. Toni ist gut im Tarnen und Täuschen. Er arbeitet beim Magistrat Linz.

_6ankunft_20160430_212148_136 (Small)Gogo hätte uns noch alle gerne zu sich nach Hause auf eine Grillerei eingeladen – um 20:30 – nach 8 Stunden Autofahrt…aber da haben wir alle 3 gestreikt. Und auch gleichzeitig wirklich was versäumt. Ca. 15 Höffn Foan Fans und Freunde von Gogo warteten bereits vor seinem Haus um ihn stürmisch heldenhaft zu empfangen. Das war echt auch für unsern sonst so emotionslosen Gogo verdammt berührend. Schade dass wir nicht alle 4 dabei waren und danke noch einmal an Gogo’s Girl fürs organisieren und an die Fans für diesen herzlichen Empfang. Ihr seid die besten.

Das zeigt uns – wir sind nicht alleine.

Nicht auf dieser Welt und nicht auf unserem Weg.

One Response to Der Start – Tag 1, 560 km
  1. Hört sich wunderbar motiviert, spannend und auch sehr emotional an. Schöne Mischung…..nicht nur im Text…..“der Weg ist das Ziel“ hör ich da raus…..Sollte wohl bei uns, im Alltag, auch so sein……Danke für das daran erinnern. Alles Gute euch😉


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